Die Zauberlaterne – Zauberformel

Einige Tage vor jeder Vorstellung bekommen die Klubmitglieder eine illustrierte Klubzeitschrift nach Hause geschickt, welche den kommenden Film vorstellt. Durch ihr Lesen der Klubzeitschrift können sich die Kinder auf die Vorstellung vorbereiten und mit filmspezifischen Begriffen vertraut machen.

Am Vorstellungstag werden sie im Kino von zwei ModeratorInnen empfangen, die sich mit ihnen über den Film unterhalten. Der Einfachheitshalber werden diese beiden Figuren als «Gelehrte-r» und «Spontane-r» bezeichnet. Die Kinder kennen sie jedoch nur unter ihren Vornamen. Die ModeratorInnen sind jeweils mit den gleichen Schauspielern besetzt. So entwickelt sich eine Vertrautheit und eine ritualisierte Form des Dialogs, die Austausch, Klubgeist und aktive Teilnahme der Kinder fördern. In dieser Moderation sowie einem kurzen Theaterstück vor der Filmvorführung werden ihnen spielerisch die Besonderheiten des Films erklärt, was sie auf die grosse Entdeckung des Kinos vorbereitet.
Die Zauberlaterne stellt den Moderatoren pro Film ausführliches, pädagogisches Material zur Verfügung.

Die illustrierte Klubzeitschrift: für die ganze Familie
Fesselnd geschrieben und amüsant gezeichnet weckt die Klubzeitschrift der Zauberlaterne das erste Interesse am jeweiligen Film und bereitet durch die Einführung seiner Besonderheiten auf die Vorführung im Kino vor. Die besprochenen Elemente aus der Klubzeitschrift werden in der Moderation sowie in der kurzen theatralischen Einführung wieder aufgenommen und mit den Kindern gemeinsam auf der Bühne wiederholt und vertieft. Die Zeichnungen des Illustrators Noyau, alias Yves Nussbaum, entfernen sich in ihrer Ästhetik absichtlich von der des Films. Durch die Abwesenheit von Fotos zum Film werden Vorurteile von Kindern und Eltern vermieden, beispielsweise wenn es sich um einen Schwarzweissfilm handelt. So sind die Kinder noch ganz offen für Überraschungen und Erkenntnis, wenn sie sich in den Kinosaal begeben. Um die Kinder zum Lesen der Klubzeitschrift zu animieren, baut die Moderation vor dem Film auf deren Inhalt auf. Zur Beantwortung der Fragen holt der Moderator die Kinder auf die Bühne, wo sie ihr Wissen mit ihren Kameraden teilen können.

Die Argumentation: ein kohärentes Programm
Für jeden Film wird eine Argumentation zusammengestellt, welche die Programmauswahl der Zauberlaterne erläutert und die Gründe nennt, warum jener Film sehenswert für Kinder ist. Die Organisatoren vor Ort sind damit gut ausgerüstet, um Fragen seitens der Eltern zum pädagogischen Wert der Filme – die den Eltern oft unbekannt sind – zu beantworten.

Die Moderation: ein Dialog mit den Kindern
Einer präzisen Struktur folgend baut der «Gelehrte» während der Moderation mit den Kindern einen Dialog zum kommenden Film auf. Damit er auf die wesentlichen Punkte zum Verständnis des Films eingehen kann, stellt ihm die Zauberlaterne ausführliches, pädagogisches Material zur Verfügung.

Diese reichhaltigen Unterlagen, welche jeweils individuell für jeden Film zusammengestellt werden, erlaubt es dem Moderator, Beziehungen zwischen Kino, Geschichte, Kulturen und den Künsten herauszuarbeiten und somit den Film in einen grösseren Kontext zustellen.

Die theatralische Einführung: unterhaltsam und lehrreich
In der theatralischen Einführung (Animation genannt) trifft in verschiedener Form ein dritter Darsteller auf das Paar «Gelehrter» / «Spontaner». Das ca. 10 Minuten kurze Spektakel wird von den Kindern immer freudig erwartet. Die drei Darsteller arbeiten hierbei in spielerischer Form thematische, technische oder historische Aspekte des Films heraus.
Jede Animation ist speziell auf den programmierten Film zugeschnitten und von den Darstellern im Voraus sorgfältig einstudiert. Neben Kostümen, Requisiten und Licht intervenieren diverse Medien auf der Bühne: Videoausschnitte, Tonaufnahmen oder extra angefertigte Filmanimationen.

Kommentierte und musikalisch begleitete Filme
Im Falle eines Stummfilms wird die Filmvorführung wie zu Beginn der Filmgeschichte von einem Pianisten sowie einem Kommentator begleitet. Dieser liest die Zwischentitel vor und ergänzt die Bilder mit pointierten Kommentaren so, dass die Kinder dem Lauf des Films leicht und konzentriert folgen können. Seinen Kommentar bereitet der Moderator mithilfe der nötigen Unterlagen ausgiebig vor. Im Laufe der Jahre konnte die Zauberlaterne feststellen, dass mit dieser Methode selbst schwierig erscheinende Stummfilme vom jungen Publikum sehr geschätzt werden.

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